Der Prophet Elias - Nr. I

März 2021


Mit diesem Beitrag fängt die Serie über den Propheten Elias aus dem Alten Testament - 1. Buch der Könige an.

Die acht dramatischen Szenen des Oratoriums  “Elias” von Felix Mendelssohn Bartholdy werden mit Erläuterungen und Hörbeispielen monatlich neu in den Blick genommen. Pfarrer Kunz und Pfarrer Vanhauer wechseln sich hierfür ab.


Auslegung zum Oratorium Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy, Teil 1

Hallo, ich bin Elia oder wie mein Name im hebräischen lautet „Eli-jahu“. Mein Name ist gleichzeitig ein Bekenntnis, denn übersetzt heißt dies: „Mein Gott ist Jahwe“. Ich stamme aus Thisbe in Gilead im Ostjordanland gelegen.

Vor einiger Zeit hat mich mein Gott zum Dienst beauftragt. Ich soll sein Bote sein, Prophet. Streiter für Gottes Sache. Kein leichtes Amt, wenn Gott einen mit einer Aufgabe betraut. Andererseits finde ich es eine große Ehre, dass Gott solch ein Vertrauen in mich setzt, dass er glaubt, ich kann seinem Vorhaben dienlich sein.

Die Zeit, in der ich lebe, ist eine sehr schwierige Zeit. Das Großreich Israel ist nach dem Tod des mächtigen und weisen Königs Salomo (925 v. Chr.) in zwei Teile zerfallen. Im Süden liegt Juda mit der alten Hauptstadt Jerusalem. Im Nordreich, nun Israel genannt, herrscht König Ahab (871-851 v. Chr.) in Samaria.

Im Königspalast hat er Prunkgemächer, mit Elfenbein getäfelt, errichten lassen, Jericho neu aufgebaut und zahlreiche Orte befestigt und zum Kampf gerüstet. Er war mit Isebel verheiratet. Eine phönizische Prinzessin. Sie glaubte aber nicht an den einen Gott, der Israel aus der Knechtschaft aus Ägypten geführt hatte, dem Mose und die Urväter Abraham, Issak und Jakob vertraut hatten. So war er dem jetzigen König Ahab fremd geworden.
Statt Gott Jahwe beteten sie Fruchtbarkeitsgottheiten an, Baale. Als ob die stark und mächtig wären.

Gott wollte dies nicht unwidersprochen zulassen.

So berief er mich zum Dienst, um Ahab und sein Volk zurechtzuweisen und wieder auf den rechten Weg zu bringen. Ein Schelt- und Drohwort hatte ich Ahab auszurichten. Eine Ansage mit großem Gewicht und mit höchster Dringlichkeit.

Meine Worte zu Ahab waren: (1. Könige 17,1):

So wahr der Herr, der Gott Israels, lebt, vor dem ich stehe: Es soll dieses Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn.

Hörbeispiel: https://www.youtube.com/watch?v=VtIK5wCabLk


Eine große Dürre wird das Land befallen. Das versetzte den König und das Volk in Entsetzen.

Furcht kam über sie und sie klagten: (Jeremia 8,19-20)

Hilf, Herr! Hilf, Herr! Willst du uns denn gar vertilgen? Die Ernte ist vergangen, der Sommer ist dahin, und uns ist keine Hilfe gekommen! Will denn der Herr nicht mehr Gott sein in Zion?

Und sie flehten für ihre Kinder: (Klagelieder 4,4)

Die Tiefe ist versieget! Und die Ströme sind vertrocknet! Dem Säugling klebt die Zunge am Gaumen vor Durst! Die jungen Kinder verlangen nach Brot! Und da ist niemand, der es ihnen breche!

Kann Gott noch umgestimmt werden? (Klagelieder 1,17)

Herr, höre unser Gebet! Zion streckt ihre Hände aus, und da ist niemand, der sie tröste.

Vielleicht kann das die Rettung sein? (Joel 2,13)

Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider! Um unsrer Sünden willen hat Elias den Himmel verschlossen durch das Wort des Herrn! So bekehret euch zu dem Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und reut ihn bald der Strafe.

Hörbeispiel: https://www.youtube.com/watch?v=_OH2Kc0J1cA


Ja, umkehren und Gott von ganzem Herzen suchen, das wollten sie! (Jeremia 29,13-14)

„So ihr mich von ganzem Herzen suchet, so will ich mich finden lassen“ spricht unser Gott. Ach, dass ich wüsste, wie ich ihn finden und zu seinem Stuhle kommen möchte.

Denn in den zehn Geboten, die sie, übermittelt durch Mose vom Herrn ihrem Gott erhalten hatten, war schon zu lesen: (2. Buch Mose 20,5-6)

„Denn ich der Herr, dein Gott, ich bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied derer, die mich hassen. Und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten.

Konnte es noch ein gutes Ende für sie geben? Wie fanden sie Erbarmen bei Gott? Ihr König Ahab, er musste mit gutem Beispiel vorangehen. Doch würde er dies tun? Zunächst sah es aber nicht so aus. Denn ich, Elia, musste erst einmal vor Ahabs und Isebels Wut fliehen. So machte ich mich auf in Richtung Osten nach dem Bach Krit.

Walter Kunz, Pfr.



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